Für viele Kunden, Kollegen und Mitbewerbern von K.I. Kampen ist er ein vertrautes Gesicht: Siem de Haan. Siem begann am 23. Februar 1985 als Besamer in Friesland. Wegen der 'superheffing' waren die Zeiten beim FRS, wo er 1983 sein Besamungsdiplom erhielt, schlecht. K.I. Kampen war gerade im Aufbau und Siem sprang ein. Am Anfang war sein Umfeld etwas skeptisch: „Was willst du bei so einem kleinen Verein? In zwei Jahren gibt es den doch gar nicht mehr. Das wurde mir oft gesagt und gefragt.“ So erinnert sich Siem.

 Am Anfang hat Siem 13 von 14 Tagen gearbeitet. Er tat dies auf selbstständiger Basis. „Das war am Anfang ganz schön aufregend, aber am Ende hatten wir immer Arbeit und ein Einkommen. K.I. Kampen war und ist immer sehr korrekt bei der Auszahlung.“

Im Jahr 2001 kam die MKS. Eine Situation, an die sich viele Viehzüchter noch wie gestern erinnern. Damals war Siem gerade fest angestellt als Besamer, was den finanziellen Schaden für ihn begrenzte. Die Menge an Milchviehhalter die selber anfing zu besamen, wuchs in der Zeit jedoch sehr stark, sodass Siem am 1. Dezember 2001, nach etwa 100.000 Besamungen, wechselte in die Position des Vertreters. Siem zieht es jedoch vor, sich selbst als Kundenbetreuer zu bezeichnen. So hat er auch die Stelle eingefüllt. „Die ersten Monate habe ich fast ständig EBB-Kurse gemacht. Auch die Tatsache, dass ich viele Viehzüchter aus meiner Zeit als Besamungstechniker kannte, war oft ein guter Start für die Beziehung. Die Bindung, die ich zu vielen dieser Milchviehhalter hatte, habe ich bis heute. Und das weiß ich sehr zu schätzen.“ So Siem. 

Foto: Siem de Haan in 2004

Was Siem außerdem schätzt, ist die Arbeit im Stall. Bei K.I. Kampen gehen die meisten Vertreter auch in den Stall, um beim Decken zu helfen. „Das gefällt mir. Aber vor allem finde ich es nützlich. So weiß ich, was die Bauern einsetzen und wie der Bulle aussieht. Für mich ist das Aussehen eines Bullen nach wie vor sehr wichtig.“

Neben seiner Arbeit in den Niederlanden war Siem ab 2008 auch unterwegs im osten von Deutschland. Auf dem Rückweg besuchte er dann bekannte Milchviehhalter in der Wesermarsch und in Ost-Friesland. Während er in Friesland fortan Kunden übergab, tat er dies in den letzten Jahren auch in Deutschland. Auf diese Weise hat er vielen jungen Kollegen zu angenehmen Kunden verholfen. „2001 haben wir Groningen, Friesland, Drenthe und Noord-Holland mit drei Mann bearbeitet. Jetzt sind es neun.“ Ein Zeichen für das schöne Wachstum, das K.I. Kampen in den letzten Jahren erlebt hat.

Was ist nun typisch K.I. Kampen für Siem? „Züchten ist wichtig, aber man muss es auch nuancieren können.“ ist Siems etwas überraschende Meinung. „Die Beziehung zum Landwirt und die Dienstleistung, die man anbietet, ist mir sehr wichtig. Wenn es nur um die Zucht ginge, hätte ich diese Arbeit vielleicht nicht so lange aufrechterhalten. Natürlich gibt es typische K.I. Kampen-Prinzipien, für die wir weiterhin einstehen müssen: In der Zucht sind das Nachhaltigkeit, gute Kuhfamilien und hohe Inhaltsstoffe. Wir bleiben bei unseren Kernkompetenz. Wir müssen gute Bullen verkaufen, die gute Töchter hervorbringen. Es ist auch wichtig, dass die Bullenkarte einigermaßen stabil ist. Viele Milchviehhalter mögen es nicht, wenn die Karte bei jeder Zuchtwertschätzung komplett auf dem Kopf steht. Was die Grundwerte betrifft, so ist es wichtig, dass wir klein und überschaubar bleiben und gemeinsam vorankommen wollen. Jeder hat ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Verantwortung. Das funktioniert gut und so bleibt die Organisation flach und das Sperma bezahlbar.“ 

Foto: Siem de Haan in 2025

Im Moment läuft Siem für K.I. Kampen noch auf Hochtouren. Und das ist sehr schön. Im Namen der Kollegen, des Vorstands, der Mitglieder und der Kunden von K.I. Kampen, danken wir Siem für sein großes Engagement für K.I. Kampen und die Milchviehhalter in den letzten 40 Jahren. Außerdem schätzen wir es sehr, dass Siem auch in den kommenden Jahren sein Wissen, seine Erfahrung und sein Talent einsetzen wird, um einen reibungslosen Übergang zu den Nachwuchskräften bei K.I. Kampen zu gewährleisten.